Was ist Phishing überhaupt?
Phishing kommt von „fishing" – angeln. Angreifer werfen einen Köder aus und warten, bis jemand anbeißt. Der Köder ist eine E-Mail, die aussieht als käme sie von deiner Bank, von DHL, von Microsoft oder von deinem Chef. Das Ziel: dich dazu zu bringen, auf einen Link zu klicken, Zugangsdaten einzugeben oder eine Datei zu öffnen.
Was früher durch schlechtes Deutsch auffiel, ist heute kaum noch zu erkennen. KI-generierte Phishing-Mails sind grammatikalisch perfekt, kennen deinen Namen, dein Unternehmen und manchmal sogar deine letzten Transaktionen. Deshalb braucht jeder – egal ob Geschäftsführer oder Aushilfe – diese 7 Warnsignale.
Die 7 Warnsignale
Der angezeigte Name kann alles sein – entscheidend ist die echte E-Mail-Adresse dahinter. Klicke auf den Absendernamen und schau dir die tatsächliche Adresse an.
Betreff: Ihr Paket wartet auf Abholung
Alles andere ist verdächtig – besonders .ru, .xyz, .tk oder kryptische Domains.
„Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt." „Sofortige Reaktion erforderlich." „Letzter Hinweis." Druck und Panik sind Werkzeuge – sie sollen verhindern, dass du nachdenkst.
Seriöse Unternehmen setzen dich nie unter extremen Zeitdruck. Je aggressiver die Formulierung, desto höher die Wahrscheinlichkeit: Phishing.
Der sichtbare Text eines Links kann täuschen. Fahre ohne zu klicken mit der Maus über den Link – in der Statusleiste unten siehst du die echte Zieladresse.
Echter Link: sparkasse-sicherheit.eu/login?id=8374
Auf Mobilgeräten: Link lange drücken → Zieladresse wird angezeigt.
Du hast keine Rechnung bestellt, keine Bewerbung angefordert, kein Paket erwartet – aber plötzlich kommt eine E-Mail mit einem Anhang. Das ist ein Klassiker.
- Gefährliche Dateitypen: .exe, .js, .vbs, .zip (mit ausführbaren Inhalten), .docm, .xlsm
- Auch PDFs können Schadcode enthalten – wenn der Absender unbekannt ist, nicht öffnen
- Microsoft Office-Dateien, die nach „Makros aktivieren" fragen: immer ablehnen
Kein seriöses Unternehmen fragt dich per E-Mail nach deinem Passwort. Keine Bank bittet dich, per E-Mail eine Überweisung zu bestätigen. Kein IT-Admin braucht dein Passwort, um dir zu helfen.
CEO-Fraud ist die gefährlichste Variante: Eine E-Mail scheint vom Chef zu kommen – mit echter Anrede, korrektem Namen, plausiblem Kontext. Ziel: eine schnelle Überweisung oder die Herausgabe von Zugangsdaten.
(echte interne Adresse – kompromittiert oder gefälscht)
Du klickst auf einen Link und landest auf einer Login-Seite, die exakt wie Microsoft, Google oder deine Bank aussieht. Du gibst deine Zugangsdaten ein – und schickst sie direkt an den Angreifer.
- Prüfe immer die URL in der Adressleiste (nicht den Seitentitel)
- Achte auf https:// – aber Vorsicht: auch Phishing-Seiten haben inzwischen SSL
- Nutze einen Passwort-Manager: Er füllt Passwörter nur auf der echten Domain aus
- Im Zweifel: Browser schließen, Website manuell eintippen
Der 10-Sekunden-Schnellcheck
Bevor du auf irgendetwas in einer E-Mail klickst, stelle dir diese Fragen:
🔎 10-Sekunden-Check für jede verdächtige E-Mail
Was tun, wenn du doch geklickt hast?
Keine Panik – aber sofort handeln:
- Kein weiteres Klicken – Browser-Tab sofort schließen
- Gerät vom Netz trennen (WLAN aus, Netzwerkkabel ziehen) – falls du eine Datei geöffnet hast
- Passwort sofort ändern – auf dem betroffenen Konto und allen anderen, wo du dasselbe nutzt
- IT informieren – dein IT-Dienstleister oder Admin muss es wissen
- Kreditkarte/Banking prüfen – bei Finanzdaten sofort die Bank anrufen
- Kollegen warnen – oft werden mehrere Mitarbeitende gleichzeitig angegriffen
- 2FA überall aktivieren – macht 99% aller Passwort-Diebstähle wirkungslos
- Passwort-Manager nutzen (Bitwarden, kostenlos) – erkennt automatisch falsche Domains
- Mitarbeiter schulen – ein 30-minütiges Phishing-Training reduziert die Klickrate drastisch
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